Die Mär von den belasteten Sozialkassen
von Julian Schmidt
21. Februar 2025

Es ist ein Irrglaube, dass Geflüchtete nur eine Belastung für das deutsche Sozialsystem darstellen. Tatsächlich leisten viele von ihnen einen wertvollen finanziellen Beitrag, indem sie in die Sozialkassen einzahlen und Steuern zahlen. Eine Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass sieben Jahre nach ihrer Ankunft in Deutschland zwei von drei Personen erwerbstätig sind. Die Mehrheit der Beschäftigten arbeitet dabei in sozialversicherungspflichtigen Jobs – und zahlt damit ebenso in die Sozialkassen ein, wie gebürtige Beitragszahler.
Mit steigender Erwerbstätigkeit sinkt gleichzeitig der Bezug von Sozialleistungen. Beispielsweise hat sich der Anteil der Geflüchteten aus 2015, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, zwischen 2016 und 2022 von anfangs 90% mehr als halbiert. Dies zeigt, dass mit der Integration in den Arbeitsmarkt auch eine zunehmende finanzielle Unabhängigkeit einhergeht. Zudem verdienen viele Geflüchtete über der Niedriglohnschwelle von 12,50 Euro – ein deutliches Zeichen für ihre erfolgreiche Integration.
Die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten ist jedoch kein Selbstläufer, sondern hängt stark von den Rahmenbedingungen ab. Sprachkurse, berufliche Beratung und die Reduzierung von Beschäftigungs- und Wohnsitzauflagen fördern den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Es zeigt sich also: Wer investiert, profitiert langfristig – und das gilt nicht nur für die Geflüchteten selbst, sondern für die gesamte Gesellschaft. Denn ohne ihren Beitrag wären viele Branchen in Deutschland, wie die Pflege oder das Handwerk, noch stärker vom Fachkräftemangel betroffen.